Patrick Mainka ist eine Heidenheim-Legende. Mehr noch: Der gebürtige Gütersloher hat Bundesliga-Geschichte geschrieben. Insgesamt drei Spielzeiten spielte Mainkas Mannschaft von der Ostalb erstklassig, 102 Bundesligaspiele – und Patrick Mainka bestritt jedes davon über die volle Distanz. Keine Auswechselung, noch nicht einmal eine Gelbsperre, die nicht ungewöhnlich gewesen wäre für einen Innenverteidiger im Abstiegskampf, das ist eine ziemlich beeindruckende Leistung!

Mainka ist dabei nämlich erst der vierte Spieler, der jedes der ersten 100 Bundesliga-Spiele eines Klubs bestreitet. Eine solche Serie gab es erstmals vor fast 60 Jahren. Walter Schmidt gelang dies 1966 für Eintracht Braunschweig, Horst Podlasly ein Jahr später für Braunschweigs Lokalrivalen Hannover 96. 1968 folgte noch Berti Vogst für Borussia Mönchengladbach. Die drei eint, dass ihre Vereine inzwischen weit mehr als 100 Bundesliga-Spiele bestritten haben – längst auch welche ohne sie. Mainka aber stand bislang in jedem Heidenheimer Bundesliga-Spiel, in jeder Heidenheimer Bundesliga-Minute auf dem Platz. Und: Als Schmidt, Podlasly und Vogts 100 Spiele in Serie bestritten, gab es noch keine Auswechselungen, auch das macht Mainkas Leistung noch bemerkenswerter.

Auch sonst sind mehrere Saisons in Folge, ohne eine Minute zu verpassen, in der Bundesliga eine Seltenheit. Erst sieben Spielern gelang dieses Kunststück. Bemerkenswert: Drei der sieben Spieler waren waren gleichzeitig bei Eintracht Braunschweig aktiv. Neben Walter Schmidt spielte auch Wolfgang Brase drei vollständige Saisons zwischen 1963 und 1966. Ab der Saison 1964/65 kam Kollege Peter Kaack mit seiner ersten vollständigen Saison dazu, der dann bis Sommer 1967 drei Spielzeiten ohne Pause durchzog. Sogar eine Viererserie von 1972/73 bis 1975/76 gelang Michael Lameck beim VfL Bochum. Philipp Lahm schaffte zwei Saisons im Oberhaus ohne Pause in den Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 beim FC Bayern. 2020/21 und 20021/22 folgte Christian Günter beim SC Freiburg.

Die längste Zeit ohne eine verpasste Bundesliga-Minute bewerkstelligten die Gladbacher und die Frankfurter Legenden Berti Vogts (ab 1965) und Manfred Binz (ab 1987). Sie waren in ihren Teams derart unverzichtbar, dass sie sechs Jahre lang immer auf dem Feld standen. Für Vogts, der insgesamt sogar in neun Spielzeiten der Gladbacher ohne Pause blieb, waren seine sechs Saisons am Stück die ersten sechs seiner Profikarriere überhaupt. 1965 begann er im Gladbacher Bundesliga-Team, 1971 stand er dort erstmals nicht auf dem Feld.

Freuen konnte sich Patrick Mainka gestern gleichwohl nicht. Zu schwer wog die Enttäuschung über des feststehenden Heidenheimer Bundesliga-Abstieg: „Fußball ist Tagesgeschäft. Es geht heute wirklich nur um diesen Abstieg. Und das ist unfassbar traurig, man ist am Boden zerstört. Es tut einfach weh.“ Maika könnte dabei übrigens noch weitere Bundesliga-Minuten mit Heidenheim sammeln: Bis 2029 steht er an der Ostalb unter Vertrag. Die Mission Wiederaufstieg beginnt in wenigen Wochen.

Unser Newsletter: 1x die Woche exklusive Inhalte kostenlos in Dein Postfach holen:

Von admin