Pauckenschlag in Fußball-China! Chinas Fußballverband hat Ex-Nationalmannschaftstrainer Li Tie, den früheren Verbandspräsidenten Chen Xuyuan sowie 71 weitere Menschen lebenslänglich von Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen. Wie der Verband mitteilte, erhalten zudem – und das nur knapp einen Monat vor Saisonbeginn – insgesamt 13 Profivereine, darunter der Hauptstadtklub Beijing Guoan und die Vereine Tianjin Jinmen Tiger sowie Shanghai Shenhua jeweils Punktabzüge für die anstehende Saison 2026 und Geldstrafen.
Die konkreten Geldstrafen belaufen sich je Verein zwischen 200.000 und 1.000.000 Yuan, das entspricht derzeit etwa 24.000 Euro und 120.000 Euro. Tianjin Jinmen Tiger und Shanghai Shenhua müssen mit zehn Zählern den höchsten Punktabzug hinnehmen. Gerade die sportlichen Sanktionen sind also immens.
Doch was steckt dahinter? Fest steht: Der Verband gab die Entscheidung nach einem Behördentreffen zur Bekämpfung von Spielmanipulation und Glücksspiel bekannt. Nähere Angaben zu den Hintergründen für die Sanktionen machte die Vereinigung nicht, sondern nannte lediglich „unzulässige Transaktionen“.
Das Thema Korruption beschäftigt den Sport im Land der Mitte dabei schon länger. China, das eine Fußballnation werden will, wurde immer wieder von Bestechungs- und Spielmanipulationsskandalen erschüttert. Ende 2024 verurteilte ein Gericht Li Tie, auch Ex-Profi etwa beim FC Everton, wegen Korruption zu 20 Jahren Haft. Mit dem Urteil reihte sich der 48-Jährige in die lange Liste von Prominenten ein, die eine staatliche Anti-Korruptions-Kampagne im Fußball erfasst hatte. Chen Xuyuan erhielt im März desselben Jahres eine lebenslange Haftstrafe wegen Annahme von Bestechungsgeldern.
Auch ansonsten stockt die Entwicklung im chinesischen Fußball. Die internationale Expansion wurde eingestellt, die Zuschauer*innenzahlen stagnieren und das sportliche Nievau sackt wieder ab. Vielleicht kann mehr Integrität im Wettbewerb das wieder umkehren.
