Zeit für eine neue Serie auf FanLeben.de: Ex-Profis im Amateurfußball! Denn Anfang machte hier Mehmet EkiciEs folgten Marcel Halstenberg, Julian Schieber, Ibrahima Traore und Kevin Großkreutzwährend Ömer Toprak den umgekehrten Weg ging und Andreas Görlitz sogar in der Politik aktiv geworden ist. Heute geht es weiter – mit einer echten Nationalmannschaftslegende.

Insgesamt 66 Mal hütete Almuth Schult das Tor der deutschen Nationalmannschaft, wurde 2013 Europameisterin, 2014 Welttorhüterin und 2016 Olympiasiegerin. 2010 wurde sie mit der U20-Nationalmannschaft auch Weltmeisterin. Mit dem VfL Wolfsburg hat Schult zudem 2014 die Champions League gewonnen, sechs Mal die deutsche Meisterschaft und acht Mal den DFB-Pokal. Vor einem Jahr beendete sie dann nach zwei Stationen in den USA, beim Angel City FC in Los Angeles und bei Kansas City Current, unterbrochen von einem kurzen Intermezzo beim Hamburger SV, ihre beeindruckende Profikarriere.

Aber mit dem Fußballspielen hat Schult nicht aufgehört – im Gegenteil: In dieser Woche feierte sie ihr Combeack, wenn auch unter ganz anderen Vorzeichen.

Mit ihrem Heimatverein SG Gartow/Breese kämpfte sie nämlich um den Einzug in die nächste Runde des Kreispokals. Auf dem Sportplatz in Thomasburg im Landkreis Lüneburg ging es nun also gemeinsam mit anderen Amateurkickerinnen gegen andere Amateurkickerinnen statt andere Weltstars. Und das im bitterkalten Regen. Aber auch ihre Position hat sich verändert: Statt Tore zu verhindern ist sie jetzt Spielmacherin, lief mit der Rückennummer 7 im zentralen Mittelfeld auf. „Ich habe so lange im Tor gestanden, ich wollte jetzt mal was anderes machen. Und bei dem Regen war mir das ganz recht“, erklärte Schult. In der 38. Minute erzielte sie per Kopf dabei sogar den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer. Für einen Sieg beim Comeback in den Vereinsfarben ihrer Kindheit reichte es am Ende aber trotzdem nicht: Das Spiel gegen die SG Thomasburg/Barskamp ging nach 90 Minuten mit 3:4 verloren.

Bei ihrer neuen oder besser: alten Mannschaft ist Schult dabei natürlich Fürhungsspielerin, aber nicht nur wegen ihrer Vergangenheit als Profispielerin, wie sie berichtet: „Ist schon lustig, dass ich jetzt die Gartower Mutti bin als älteste Spielerin und einzige Mama in der Mannschaft.“ Das Kicken genießt sie, das Fit bleiben ist ihr Ziel. Als sie 2022 ihre Nationalmannschaftskarriere eigentlich beendete, ließ sie sich ein Hintertürchen offen, kehrte 2024 als Ersatztorhüterin noch einmal ins DFB zurück. Auch danach sagte sie: „Wenn der Bundestrainer jemanden sucht, kann er sich melden.“ Ob das jetzt auch gilt, wenn Christian Wück eine erfahrene Mittelfeld-Mama braucht? Dazu äußerte sich Schult bislang noch nicht.

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Von admin