Eigentlich sollte der FC Basel gestern Abend gegen den FC Thun spielen. Doch das Spiel fiel aus. Der kuriose Grund: Ein Feuer zerstörte einen grossen Teil des Innenbereichs des Baseler Trainingscampus komplett. Das Spiel Thun gegen Basel musste daraufhin verschoben werden und findet nun am kommenden Samstag, 18. April, um 20.30 Uhr in der Stockhorn Arena statt. Personen kamen nicht zu Schaden.

Wieso ein Fußballspiel wegen eines Kabinenbrands ausfallen muss? Daniel Stucki, Sportchef des FC Basel, erklärt: Der Schaden ist immens und geht wohl in die Millionen. Genauere Zahlen wusste Stucki aber noch nicht. Er erzählte aber von einer wilden Nacht und einem wilden Morgen. „Wir mussten schauen, ob wir das Spiel austragen können oder nicht“, sagte er. Schnell sei dann aber klar gewesen, dass dies nicht möglich sei. Denn Garderoben, Materialräume sowie sämtliche Spieler- und Trainermaterialien wurden zerstört. Ebenfalls beschädigt wurden das Trainerbüro, das Team-Manager-Office, die Physiobereiche sowie Duschen und Sanitäranlagen. Ebenso: persönliche Fussballschuhe, sämtliches Spiel- und Ersatzmaterial sowie medizinisches und technisches Equipment, das für den Spielbetrieb benötigt wird und kurzfristig nicht ersetzt werden kann.

Stucki beschreibt wie immens die Belastungen für den einistigen Serienmeister der Schweizer Liga sind: „Wir erhalten grosse Unterstützung von der Stiftung und dem Nachwuchscampus, der uns kurzfristig Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stellt“, sagt er und verrät: „Wir haben nicht einmal mehr Bälle. Wir mussten Bälle von anderen Clubs erfragen, damit wir Super-League-Bälle haben.“ Neben dem Trainingsbetrieb stellt sich nun aber auch die Frage, wo der FC Basel seine nächsten Heimspiele austragen wird. Geplant wäre das nächste Spiel in Basel eigentlich schon in der kommenden Woche. Doch: „Aktuell sehe ich es eher schwierig, dass die Garderoben bis dahin – selbst in abgespeckter Form – wieder nutzbar sind“, sagt Stucki, „es betrifft ja auch die Gästegarderobe, alles ist gesperrt und stark verrusst. Es ist sehr, sehr giftig“, so der Sportdirektor. Und weiter: „Die Räumlichkeiten müssen professionell gereinigt werden, was Zeit braucht.“ Hinzu kommen weitere Abklärungen: Die Forensik sei noch im Einsatz, mindestens bis Montag. „Danach wird gemeinsam mit einer Spezialreinigungsfirma beurteilt, wie es weitergeht.“

Doch wie kam es zum Feuer? Fest steht es noch nicht. Aber es gibt eine – Obacht – heiße Spur: Nämlich in die Sauna des Geländes. Der gesamte Garderobenbereich ist durch die Behörden versiegelt worden und kann darum auch noch nicht geräumt werden. Der Garderobenbereich befindet sich im ersten Untergeschoss des St. Jakob-Parks. Zugang ist nur durch mehrere Türen und mit dem entsprechenden Schlüssel möglich. Der betroffene Bereich ist ausschliesslich Spielern, Staff-Mitgliedern und der sportlichen Führung vorbehalten. Aktuell geht man aber nicht von Brandstiftung aus. Na immerhin.

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Von admin