Was für ein Karriereende! Der deutsche Bob-Pilot Johannes Lochner hat heute in seinem letzten Rennen erneut Gold gewonnen. Fünf Tage nachdem der 35-jährige im Zweier Gold gewann, sicherte er sich nun also auch in der Königsdisziplin Vierer den Olympiasieg. Für das deutschen Team war es zum Abschluss der Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo die insgesamt achte Goldmedaille.

Lochner setzte sich mit seinen Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich (+0,57 Sekunden) durch. Der Frankfurter Adam Ammour verlor im letzten Durchgang noch Bronze an den Schweizer Michael Vogt (+1,07 Sekunden) und kam auf Rang 4, vier Hundertstel fehlten auf den Bronzerang. Für Lochner ist es das perfekte Karriereende – vor acht Jahren, also 2018 in Pyeongchang, und vor vier Jahren, also 2022 in Peking, hatte er sich noch jeweils zweimal seinem Teamkollegen Friedrich geschlagen geben müssen. Timing ist im Bobsport eben alles…

„Unglaublich, dass der Plan bei meiner letzten Fahrt so aufgeht, das wird ewig dauern, bis ich das realisiere“, gab sich Lochner entsprechend überwältigt: „Das ist ein Traum, der sich zwei Jahre in meinem Kopf abgespielt hat, und dass er jetzt wahr ist: unbeschreiblich. Das ist ein Moment für die Ewigkeit. Das ist der perfekteste Abschluss überhaupt.“

Aber auch für Friedrich war es ein gelungener Tag: Mit seiner Silbermedallie, seiner insgesamt sechsten olympischen Medallie, machte sich der Sachse nämlich zum erfolgreichsten Bobsportler der Geschichte und hängte André Lange (4x Gold, 1x Silber) ab. Und noch ein Atleth schrieb heute Geschichte: Thorsten Margis, Anschieber von Johannes Lochner, ist der erste Bob-Sportler der unter zwei Piloten eine olympische Medallie – und jeweils noch die goldene – gewinnen konnte. Denn bis vor kurzen gehörte Margis zur Crew von Friedrich, erst jetzt wechselte der 36-jährige zu Lochner.

Lochner und Friedrich sorgten damit also auf den Tag genau zwei Wochen nach dem goldenen Auftakt von Rodler Max Langenhan für einen krönenden Abschluss der deutschen Eiskanal-Festspiele in Cortina. In allen zwölf Rennen gewannen die Rodler, Skeletonis und Bobfahrer mindestens eine Medaille und retteten damit die ansonsten schwache Bilanz des Team D in Norditalien. Insgesamt gingen sechs der acht Goldmedaillen und 19 der 26 deutschen Medaillen auf das Konto der Schlittensportler – das sind rund 73 Prozent. Am Samstag hatte Laura Nolte mit ihrem Olympiasieg im Zweier vor Teamkollegin Lisa Buckwitz ein goldenes Abschlusswochenende für das deutsche Bob-Team eingeleitet. In den anderen Disziplinen endeten die Wettkämpfe aus deutscher Sicht oft metallisch: Mehr vierte Plätze als Team D „sicherte“ sich immerhin keine andere Nation. Na jedenfalls: Deutschland schließt die olympischen Winterspiele in der Nationenwertung so auf Platz fünf ab – ein versöhnender Abschluss also.

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Von admin