5:1 schlugen die Bayern heute Abend die TSG Hoffenheim. Spielentscheidend war aber wohl eine frühe rote Karte, mit welcher der Hoffenheimer Verteidiger Akpoguma des Feldes verwiesen wurde. Das war passiert: Der Hoffenheimer Verteidiger konnte seinen Gegenspieler Luis Diaz in der 17. Minute nach Eintritt in den Strafraum im Laufduell nur per Trikotzupfer stoppen, auch wenn der Kolumbianer in der Szene ebenfalls klammerte. Schiedsrichter Tobias Stieler entschied sofort auf Elfmeter, lies keinen Zweifel an seiner Entscheidung aufkommen. Das übernahmen dafür andere.

„75.000 Menschen haben sich auf ein Topspiel hier gefreut, für die tut es mir ein bisschen leid, dass es hier dieses Unterzahlspiel geworden ist“, schimpfte Hoffenheims Trainer Christian Ilzer über den frühen Platzverweis gegen Akpoguma. Auf der Pressekonferenz sprach er im Anschluss von einer „klaren Fehlentscheidung“ und urteilte: „Es war überhaupt kein Foulspiel.“

Schiedsrichter Tobias Stieler widerspricht: „Zunächst einmal findet zu Beginn des Zweikampfs ein ganz normales Positions-Gerangel statt, nichts Strafwürdiges“, so der Schiedsrichter. „Dann ist Luis Diaz schneller, in einer besseren Position, kann auf das Tor schießen, kann quer spielen und kommt eben durch ein Haltevergehen des Hoffenheimers zu Fall. Demzufolge Strafstoß.“ Und weiter: „Warum sollte sich Luis Diaz mit Ball am Fuß frei vor dem Hoffenheimer Tor einfach fallen lassen? Er schießt doch nicht mal Elfmeter, er will Tore schießen. Er kann aufs Tor schießen, er kann den Ball quer spielen auf Kane, der frei ist. Warum soll er das machen?“ Zu den Videoschiedsrichtern im Kölner Keller habe es zwar Kontakt gegeben, die Entscheidung sei aber „auf gar keinen Fall eine Szene für den Videoassistenten“ gewesen. „Das wird auf dem Platz entschieden. Die Entscheidung habe ich so getroffen und – ich denke – auch irgendwie nachvollziehbar.“ Selbst Akpoguma habe den Elfmeter-Pfiff nicht in Frage gestellt: „Er wusste genau, dass es ein Foul war.“

Bitter war für die Hoffenheimer auch nicht der Strafstoß-Pfiff an sich, sondern vor allem die rote Karte, die Akpoguma in der Folge. Tobias Stieler erklärt: Die sei aber „alternativlos, weil es eben ein Haltervergehen war und keine Fußball-typische Aktion. Wenn er mit dem Fuß versucht, den Ball zu spielen, und ihn dann trifft, dann wird reduziert, aber das ist in dem Fall nicht möglich.“

Und faktisch ist das korrekt – und auch kein Einzelfall. Die Unterteilung zwischen Ballaktionen und Haltervergehen gibt es seit dieser Saison und gleich am ersten Spieltag flog flog so Filippo Mane von Borussia Dortmund bei seinem Bundesliga-Debüt vom Platz. Aber wie sinnvoll ist diese Regel? Immerhin sind leichte Haltevergehen zumeist weniger verletzungsgefährdend als ein hartes Tackling am Boden – trotzdem gibts für die Grätsche im Strafraum nur gelb, für den Trikotzupfer glattrot. Das geht gegen das Gerechtigkeitsempfinden vieler Fans und die Interessen der Spieler. Nach der Saison sollte überlegt werden, diese Regel wieder abzuändern und alle Fouls einheitlich zu bewerten.

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Von admin