Die Geschichte ist manchmal etwas verrückt. Sagt man ja auch: Komisch, wie das Leben so spielt. Denn manchmal tragen sich gerade die Klubs mit außergewöhnlichen Leistungen in die Geschichte eines Sports ein, von denen man es eigentlich mal so gar nicht erwarten würde. Ein Beispiel: Im Fußball wurde ausgerechnet Bayer Leverkusen als erste und immer noch einzige Mannschaft ungeschlagen deutscher Meister. Aber darum soll es heute nicht gehen. Es geht ums Eishockey.

In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) stellen die Kölner Haie gerade wiederholt einen Rekord auf. Seit 16 Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen. Seit dem 15. Spiel ist das ein Rekord. Doch auch um diese unglaubliche Strecke geht es heute nicht. Es geht um einen vermeintlich kleinen, aber dennoch außergewöhnlichen Eintrag in die Eishockey-Geschichtsbücher: Der ehemalige Nationaltorwart Dustin Strahlmeier von den Grizzlys Wolfsburg hat sich nämlich mit dem ersten Treffer eines Torwarts in die Geschichtsbücher der DEL eingetragen. Dabei sind die Grizzlys ein eher unauffälliger Verein und spielen auch eine eher durchschnittliche Saison. Und doch: Diese Geschichte ist von nun an unsterblich. Wer hätte das gedacht?

Wie es dazu kam? Der 33 Jahre alte Vize-Weltmeister von 2023 traf am Sonntag beim 4:2 (1:1, 2:1, 1:0) gegen die Dresdner Eislöwen in der Schlussminute zum Endstand. Die Dresdner hatten ihren Torwart für einen sechsten Feldspieler vom Eis genommen, Strahlmeier nutzte dies und traf übers gesamte Spielfeld hinweg ins leere Tor. „Dresden hat zentral auf mich geschossen. Ich hatte ein bisschen Platz und dachte, ich versuch’s einfach mal“, blickt Strahlmeier auf den historischen Moment zurück. Und weiter: „Ich habe mir nicht wirklich etwas dabei gedacht, sondern einfach geschossen.“ Ethan Prow (18.), Spencer Machacek (26.) und Luis Schinko (26.) hatten den Tabellenachten gegen das Schlusslicht aus Dresden zuvor auf Kurs gebracht. Für Dresden traf Austin Ortega (20./38.) doppelt.

Torhütertorschützen gab es in der DEL zwar schon vor Strahlmeier, aber nur weil Eishockey keine Eigentore kennt. Schießt ein Spieler ein offensichtliches Eigentor, wird der Spieler der gegnerischen Mannschaft als Torschütze geführt, der vorher zuletzt am Puck war. Das waren auch schon Goalies. Aber dass ein Torwart die Scheibe wirklich selbst aktiv ins Tor schießt – das gab es bislang noch nie.

Geschichte geschrieben, Dustin Strahlmeier! Glückwunsch, Grizzlys Wolfsburg!

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Von admin