Apropos Basketball: Der professinelle Frauen-Basketball in den USA steht vor einem immensen Entwicklungsschritt. Der Grund: Die Spielerinnen der Womens National Basketball Association (WNBA) haben mit der Liga einen neuen Tarifvertrag abschließen können. Und sich dabei in vielen Fragen auf beeindruckende Weise durchgesetzt.
Die Vereinbarung beinhalte unter anderem eine Anhebung der Gehaltsobergrenze für die Teams von bislang 1,5 Millionen US-Dollar auf 7 Millionen. Und auch zukünftig soll die Grenze in Zukunft jährlich entsprechend dem Umsatzwachstum der Liga und der Teams angepasst angepasst werden. Den Top-Spielerinnen der Liga bietet sich damit die Möglichkeit, die ersten Millionenverträge in der Geschichte der WNBA abzuschließen. Das Maximalgehalt pro Spielerin beträgt zunächst 1,4 Millionen US-Dollar, bislang waren es maximal einige Hunderttausend.
„Der Tarifvertrag für 2026 führt das erste umfassende Modell zur Umsatzbeteiligung in der Geschichte des professionellen Frauensports ein“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Liga und Spielerinnen. Er bietet „den Spielerinnen unbegrenzte Verdienstmöglichkeiten, da die Einnahmen der Liga und der Teams weiter steigen“. Auch WNBA-Commissioner Cathy Engelbert bezeichnete den Vertrag, der den monatelang andauernden Tarifstreit beendet, als „Meilenstein in der 30-jährigen Geschichte der WNBA und des gesamten professionellen Frauensports“. Aber auch die Spielerinnen-Gewerkschaft, die Womans National Basketball Players Association, zeigte sich zufrieden: Der Deal wird „dazu beitragen, ein System aufzubauen, in dem jede genau das bekommt, was sie verdient – und noch mehr – sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits davon“, sagt zum Beispiel Vizepräsidentin Breanna Stewart, die an der Seite der deutschen Nationalspielerinnen Nyara Sabally und Leonie Fiebich 2024 mit New York Liberty die Meisterschaft gewonnen hatte. Der Tarifvertrag wird mit der neuen Saison der WNBA am 8. Mai in Kraft treten und ist für die nächsten sieben Jahre gültig.
Der Tarifvertrag ist ein echter Meilenstein für den Frauen-Basketball in den USA. Das ist ein Fakt. Darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie hart er erkämpft wurde. Über Monate verhandelten Liga und Spielerinnen, immer wieder drohten die Gespräche zu scheitern, die anstehende Saison der WNBA hätte dann verschoben oder ganz abgesagt werden müssen. Dass die Spielerinnen trotz der zähen Gespräche nicht einknickten, ist mehr als berechtigt. Denn trotz aller errungenden Fortschritte, ist der Pay Gap zwischen NBA und WNBA nach wie vor gigantisch – Zur Erinnerung: Die Topspielerinnen der WBNA können zukünftig rund 1,5 Millionen US-Dollar verdienen, Stephen Curry kommt bei den Männern auf knapp 60 Millionen, auch Joel Embiid, Nikola Jokić und Kevin Durant verdienen mehr als 50 Millionen US-Dollar im Jahr. Der bestbezahlte deutsche Basketballer ist Franz Wagner, er wird in den nächsten fünf Jahren als 224 Millionen US-Dollar bei den Orlando Magics verdienen. Und auch was die Gehaltsobergrenze pro Team angeht, liegen weiter Welten zwischen Männern und Frauen: Sieben Millionen US-Dollar sind es in der WNBA, bei den Männern sind es 155 Millionen – also mehr als 20 Mal so viel.
Kurzum: Der Kampf der Spielerinnen um Gleichberechtigung wird noch lange weiter gehen. Und sie werden weiter hartnäckig kämpfen müssen, um Erfolg um Erfolg zu erstreiten.
Aber darin sind sie nach den letzten Monaten ja geübt.
