Zeit für eine neue Serie auf FanLeben.de: Ex-Profis im Amateurfußball! Denn Anfang machte hier Mehmet Ekici. Es folgten Marcel Halstenberg, Julian Schieber, Ibrahima Traore und Kevin Großkreutz, während Ömer Toprak den umgekehrten Weg ging, Andreas Görlitz sogar in der Politik aktiv geworden ist und Almut Schult sogar eine neue Position gefunden hat. Heute gehts in die Nähe von Stuttgart.
Dass Co-Trainer ihren Chefs auf dem Trainerstuhl nachfolgen, ist keine Seltenheit. Jogi Löw zum Beispiel, immerhin Weltmeistertrainer, kam als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann zum DFB. Hansi Flick, Löws Nachfolger, war Co-Trainer von Nico Kovac, bevor er mit den Bayern 2020 das Triple gewann. Und auch Julian Nagelsmann, der amtierende Bundestrainer, war in der Bundesliga zunächst Co-Trainer, assistierte Huub Stevens bei der TSG Hoffenheim, bevor er selbst Cheftrainer wurde.
Der TSV Harthausen hat die Weichen für die kommende Spielzeit gestellt und eine Personalie verkündet, die für Begeisterung sorgt. Der ehemalige Profi Daniel Didavi wird zur neuen Saison 2026/2027 der neue Trainer des Vereins. Auch diese Meldung kommt also in sofern nicht überraschend, als dass Didavi in den letzten beiden Jahren bereits (spielender) Co-Trainer der Mannschaft war. Dieser Wechsel wird notwendig, da der bisherige Trainer Michel Forzano seinen Abschied angekündigt hat. Unter sForzano hat sich Harthausen in der Kreisliga A2 Neckar/Fils stabilisiert und eine beachtliche Rolle im oberen Tabellendrittel eingenommen.
Und das ist das eigentlich überraschende an der Nachricht: Daniel Didavi, ehemaliger Bundesligastar, dem immerhin 70 Torbeteiligungen in 178 Bundesliga-Spielen gelangen, arbeitet in der Kreisliga. Aktuell ist Didavi da sogar noch in einer Art Doppelfunktion aktiv: Als spielender Co-Trainer bringt er seine enorme fußballerische Qualität und sein taktisches Verständnis direkt auf und neben dem Platz ein. In der laufenden Spielzeit weist seine Bilanz fünf Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen auf. In der letzten Saison sah es ähnlich aus: Da konnte die Mannschaft eine Bilanz von 14 Siegen, fünf Unentschieden und zehn Niederlagen vorweisen. Didavi selbst stand in acht Spielen auf dem Rasen und zeigte mit zwei Toren und vier Torvorlagen. Allerdings ist Didavi in dieser Spielzeit bereits vor allem als Coach aktiv – wie schon zu Bundesliga-Zeiten macht das Knie nämlich nicht richtig mit und verhindert Einsätze auf dem Rasen.
Trotzdem: In Harthausen freuen sich alle auf die neue Saison. Der Verein, weil ihr neuer Trainer immer wieder auch Kiebize von außerhalb anlockt. Die Spieler, weil sie von einer Bundesliga-Legende lernen können. Und Didavi, weil er einfach seinen Platz gefunden hat.
