Es ist eine der geschichtsträchtigsten Spendenaktionen im deutschen Profifußball: Am 25.4. 2026 fand zum 21. Mal, organisiert von der Ultra-Gruppe Harlekins Berlin, die Spenden-Kampagne „Spendet Becher – Rettet Leben“ statt. Hintergrund: Schon seit dem Jahr 2005 sammelt man in Berlin Pfandbecher und Geld und spendet diese anschließend an wohltätige Organisationen, in Erinnerung an das an Leukämie verstorbene HB-Mitglied „Benny“.
Im Spendenaufruf de Hertha-Ultras heißt es: „Im Jahr 2005 verstarb unser Freund und Gruppenmitglied Benny, der nach einer Leukämieerkrankung in sehr jungem Alter von uns gehen musste. Damals versuchte die gesamte Fanszene von Hertha BSC sowie die vieler anderer Vereine, seine Freunde und besonders Bennys Familie alles dafür zu tun, dass er wieder gesund wird. Er hat den Kampf gegen die schwere Krankheit damals letztendlich nicht gewinnen können. Er wird aber weiterhin ein wichtiger Bestandteil für alle sein, die ihn gekannt haben. Wir werden Benny niemals vergessen! Um Benny zu gedenken und Menschen weiterhin zu unterstützen, welche durch Schicksalsschläge in unterschiedlichster Form Hilfe benötigen, organisieren wir nun bereits zum 21. Mal die Aktion „Spendet Becher – Rettet Leben„.“
In diesem Jahr geht die Spendensumme an „Herzenszeit Berlin“, eine Initiative die Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Trauerzeit begleitet. Unter dem Motto „Hier musst du nichts erklären – du darfst einfach da sein“ unterstützt „Herzenszeit Berlin“ dabei schon seit 2019 Familien in Spandau und Umgebung auf ihren Weg durch Krankheit, Abschied und Trauer. Die Harlekins begründen die Wahl des Spendenziels dabei so: „Das Team begleitet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg durch Krankheit, Abschied und Trauer, oft schon ab der Diagnose und bis weit über den Verlust hinaus. Die Arbeit wird dabei überwiegend von Spenden getragen. Systemische Trauerbegleiter*innen unterstützen junge Menschen, deren Mutter, Vater oder Geschwisterkind schwer erkrankt ist, in absehbarer Zeit versterben wird oder bereits verstorben ist, unabhängig von der Todesursache. Zum Angebot gehören Hausbesuche, Einzel- und Familienberatungen, altersgerechte Abschieds- und Erinnerungsgruppen sowie tiergestützte Trauerarbeit. Besonders wichtig ist dabei das eigene Pferd „Crumble“, das helfen kann, Gefühle auch ohne Worte auszudrücken.“ Neben Becherspenden war es dieses Mal auch möglich, sich direkt im Stadion via PayPal zu beteiligen.
Und: Auch die Kieler-Fanszene beteiligte sich, während Holstein gegen die Hertha spielte, an der Spendensammlung. „Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Spendenaktion unsererseits vor 3 Jahren, mit welcher wir einen aus dem Umfeld der Fanszene stammenden jungen Holsteinfan und seine Familie nach einer Krebserkrankung der Lymphdrüse unterstützen. Dort erfuhren wir große Anteilnahme aus der Fanszene der Hertha. Lasst uns heute gemeinsam etwas zurückgeben für den guten Zweck“, heißt es in einer Stellungnahme des Block501, der tonangebenden Ultra-Gruppe von Holstein Kiel. Auch in den vergangenen Jahren hatten sich bereits die Fanszenen der Gegner am Aktionsspieltag an den Spendensammlungen beteiligt. Fußball verbindet.
Wie hoch die Spendensumme in diesem Jahr war, ist noch nicht bekannt, aber bereits im letzten Jahr beim 20. Jubiläum des Projekts wurde eine Rekordsumme eingenommen. Damals kam man mithilfe der Fanszene von Hannover 96 und dem Verein Hertha BSC auf eine Gesamtsumme von 100.000 €. Gut möglich, dass es sich auch in diesem Jahr wieder in dieser Größenordnung bewegt.
Wer dabei noch helfen möchte, kann mitspenden:
Empfänger: Förderkreis Ostkurve e.V.
IBAN: DE95 1001 0010 0577 0951 04
Verwendungszweck: Becher
Oder per PayPal an: https://www.paypal.com/pools/c/9omV4mJlsh
