Zeit für eine neue Serie auf FanLeben.de: Ex-Profis im Amateurfußball! Denn Anfang machte hier Mehmet Ekici. Es folgten Marcel Halstenberg, Julian Schieber, Ibrahima Traore und Kevin Großkreutz, während Ömer Toprak den umgekehrten Weg ging. Es ging bereits darum, wie Andreas Görlitz sogar in der Politik aktiv geworden ist, Almut Schult eine neue Position gefunden hat, Daniel Didavi als Hobby-Trainer durchstartet. Außerdem berichteten wir über Nicolas Höflers Rückkehr auf die Freiburger-Fußball-Schulbank, Ronaldinhos Comemacht in Italiens dritter Liga und Kevin Vollands Rückkehr in die Kreisliga. Heute geht es um Niklas Süle – und damit auch schon los!
„Ich freue mich sehr, den Fußball endlich wieder aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben – dort, wo es einzig und allein um den Sport an sich geht und nicht um ein Geschäft oder ums Geld“, sagt Niklas Süle, in den letzten Jahren Topverdiener bei Borussia Dortmund. Beim BVB hat der 30-jährige Innenverteidiger im Sommer auch, nachdem der lukrative Vertrag ausgelaufen war, seine Karriere beendet. Auch gezeichnet von Verletzungen – und aus Angst vor neuen: „Was ich empfunden habe, als unser Doc in der Kabine in Hoffenheim den Schubladentest gemacht hat, den Physio anschaute und den Kopf schüttelte, der Physio es ebenfalls gemacht hat und auch keinen AnschSlag gemerkt hat, da bin ich in die Dusche und habe zehn Minuten geweint. In der Situation dachte ich wirklich: ‚Das ist gerissen‘. Als ich am nächsten Tag ins MRT gekommen bin und die gute Nachricht erhalten habe, dass es doch kein Kreuzbandriss ist, war für mich zu tausend Prozent klar, dass es vorbei ist. Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mich eigentlich auf die Zeit danach zu freuen – unabhängig zu sein, in den Urlaub zu gehen, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen – dann aber meinen dritten Kreuzbandriss verarbeiten zu müssen.“
Also soll jetzt auch im Sport wieder der Spaß im Mittelpunkt stehen: „Hinzu kommt, dass beim SV Tiefenbach zwei meiner besten Freunde spielen, von denen einer sogar hier als Trainer tätig ist“, erklärt Süle. Der SV Tiefenbach, das muss man vielleicht erklären, ist ein Kreisligist aus der Rhein-Neckar-Region – genauer: Aus Sinsheim, also aus der Heimat des 49-fachen deutschen A-Nationalspielers. Für ihn ist es nach 13 Jahren Profifußball „ein absolutes Geschenk mit meinen Kumpels auf dem Platz stehen zu dürfen und die Freude an diesem wundervollen Sport noch einmal in vollen Zügen genießen zu können“, fährt Süle fort. Darum heißt es für ihn ab sofort Kreisliga statt Bundesliga und Kreispokal statt Champions League. Immerhin: Farblich muss sich Süle zumindest nicht umgewöhnen, die Vereinsfarben sind auch in Tiefenbach Schwarz und Gelb.
Und übrigens: Trainingszeiten während der Saison sind dienstags und donnerstags, jeweils ab 19.00 Uhr auf dem Sportgelände des SV Tiefenbach – heißt es auf der Vereinsseite. Für Süle nicht unspannend, immerhin starten alle drei seiner Ex-Klubs, die TSG Hoffenheim, der FC Bayern und eben der BVB, in der kommenden Saison im internationalen Wettbewerb. Vielleicht ist dann ja Rudelgucken nach dem Mannschaftstraining angesagt…
