Gute Nachrichten für Schalke 04: Wenn die Abschlusstabelle der Bundesliga-Saison so aussieht, wie die Peta-Tabelle für vegetarisches und veganes Essen in den Stadien, dann wird der Aufsteiger gleich deutscher Meister. Bereits zum 16. Mal rankt die Tierschutzorganisation Peta die Spielorte der beiden ersten deutschen Fußballligen der Männer danach, wo Fans die meisten und vielfältigsten Fleischalternativen angeboten bekommen.
Bei der Bewertung wurde ausschließlich das Angebot an rein veganen Gerichten bewertet; Knabbereien wie Chips, Eis, Popcorn oder Schokoriegel wurden jedoch nicht berücksichtigt. Die Informationen über die gastronomischen Angebote basieren 7laut Peta auf Rückmeldungen der Vereine bzw. ihrer Caterer. Analog zur Punktevergabe in der Liga wurde für Snacks wie Pommes frites oder Brezeln ein Punkt vergeben, für das Angebot höherwertiger veganer Gerichte wie Falafel-Wraps oder Nudelgerichte drei Punkte. Peta erklärt weiter: „Um die unterschiedlichen Stadiongrößen zu berücksichtigen, wurde zusätzlich das vegane Angebot pro 10.000 Zuschauer*innen in die Bewertung einbezogen. Die Gesamtpunktzahl des veganen Angebots floss mit 70 Prozent in die Wertung ein, die Punkte pro 10.000 Zuschauer*innen mit 30 Prozent. Dadurch liegt der Fokus weiterhin auf der Vielfalt des veganen Gesamtangebots, während kleinere Stadien nicht unverhältnismäßig bevorzugt werden. Aus beiden Faktoren ergibt sich der Ranking-Score, der die finale Platzierung bestimmt.“
Das Ergebnis: Schalke 04 landet wieder auf Platz eins, bereits im letzten Jahr hatte die Veltins-Arena deutschlandweit am besten abgeschnitten. In diesem Jahr gibt es für die Knappen laut Peta ein Rekordergebnis von 93,85 Punkten. Fußballfans erwartet hier eine Variation an pflanzlichen Speisen – von veganer Currywurst, Lahmacun und Chili sin Carne über verschiedene Wraps, Burger und Falafel-Gerichte bis hin zu Plant Based Gyros, Poké Bowl und Loaded Plant Based Hot Dog und vielen weiteren pflanzlichen Angeboten. Die Tierschutz-Organisation meint: „Damit setzt die VELTINS-Arena erneut Maßstäbe für vegane Stadiongastronomie und zeigt eindrucksvoll, dass ein vielfältiges pflanzliches Angebot längst zur Spitzenklasse gehört.“ Es folgt RB Leipzig (92,50 Punkte). Borussia Dortmund ist mit 76,28 Punkten abgeschlagen Dritter. Aber auch hier gibt es immerhin noch vegane Brat- und Currywurst, Chili sin Carne, Asia-Nudeln und Asia-Reis mit Gemüse, Falafel-Wraps, Cig Köfte, verschiedene Manakish-Varianten sowie eine Falafel-Veta-Bowl. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche vegane Snacks wie Brezeln, Pommes und Backkartoffeln mit verschiedenen Toppings. Auch der BVB wird darum von Peta gelobt: „Damit gehört der SIGNAL IDUNA PARK auch in diesem Jahr zu den Vorbildern einer vielfältigen veganen Stadiongastronomie.“ Der VfL Bochum (62,95 Punkte), der SC Freiburg (55,44 Punkte), der FC Augsburg (48,18 Punkte) und der 1. FC Nürnberg (43,93 Punkte) runden die „internationalen Tabellenplätze“ ab. Dabei bekommt insbesondere der Club noch ein Lob von Peta: „Mit dem erweiterten Angebot zählt der 1. FC Nürnberg in diesem Jahr zu den größten Gewinnern des Rankings.“ Aber auch Eintracht Frankfurt, Hertha BSC Berlin und der FSV Mainz 05 gehören noch zur Top Ten des Rankings.
Überraschend nur im Mittelfeld, nämlich auf Platz elf, landet mit 38,73 Punkten der FC St. Pauli. Dicht gefolgt vom VfB Stuttgart, dem 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Heidenheim, die jeweils noch über 37 Punkte kommen. 15. wurde mit 36,39 Punkten der SV Darmstadt 98. Auf den Abstiegsplätzen der ersten Liga landen wiederum der Hamburger SV (30,93 Punkte), dicht gefolgt vom Nordrivalen Werder Bremen (30,33 Punkte) und Arminia Bielefeld (29,50 Punkte). Immerhin noch über 20 Punkte konnten der FC Bayern München, der 1. FC Köln, Eintracht Braunschweig und der VfL Wolfsburg sammeln. Zur Einordnung: Beim Auto-Klub gibt es unter anderem noch veganes Schnitzel im Brötchen, vegane Brat- und Currywurst sowie Pommes. Im letzten Jahr reichte ein vergleichbares Angebot noch für Rang 13. Das zeigt die kulinarische Entwicklung der Bundesligen. Es folgen Dynamo Dresden und Union Berlin.
Weniger als 15 Punkte wiederum hat die SV Elversberg gesammelt: In der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde stehen mit Chili sin Carne und Brezeln dabei nur zwei vegane Optionen zur Verfügung. Auch beim SC Paderborn gibt es nur veganes Schnitzel mit Salat im Brötchen sowie Pommes und große Brezeln für die veganen Fans. Es folgt Energie Cottbus mit 11,52 Punkten – immerhin noch mehr als zehn.
Weniger als 10 Punkte haben dabei nur zwei Vereine sammeln können: Borussia Mönchengladbach verringert sein veganes Angebot im Vergleich zur letzten Saison auf vegane Nuggets, Pommes und Brezeln und landet damit mit 8,26 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Schlechter ist mit 3,40 Punkten nur noch Hannover 96. In der Heinz von Heiden-Arena beschränkt sich das pflanzliche Angebot wie schon in der letzten Saison auf Pommes und Stadionbrezeln. Die Tierschutzorganisation kritisiert: „Damit besteht hier der größte Nachholbedarf, um vegan lebenden Fußballfans künftig eine größere Auswahl anbieten zu können.“ Allerdings haben der Karlsruher SC, der 1. FC Magdeburg, der VfL Osnabrück, die SpVgg Greuther Fürth und Holstein Kiel am veganen Stadien-Ranking 2026 erst gar nicht teilgenommen und konnten daher bei der Bewertung auch nicht berücksichtigt werden.
Peta jedenfalls zeigt sich trotzdem mit der Entwicklung zufrieden: „Die Nachfrage nach veganen Angeboten steigt stetig – sowohl unter den Bundesliga-Fußballern als auch unter ihren Fans. Dies zeigt sich auch im Stadion-Angebot der Saison 2025/26: Alle Stadien bieten mittlerweile mindestens einen veganen Snack wie Pommes oder Brezeln, die meisten servieren auch vegane Gerichte, zum Beispiel vegane Wurst. Trotzdem unterscheidet sich das vegane Angebot zwischen den verschiedenen Stadien weiterhin stark, was sich beim diesjährigen Ranking in der großen Differenz der erreichten Punkte zeigt.“ Und weiter: „Dass guter Geschmack auch ohne tierische Produkte auskommt und nicht nur vegan lebende Menschen überzeugt, ist nichts Neues. Ein veganes Speiseangebot deckt die Ernährungsbedürfnisse aller Fans ab, die keine Tierprodukte konsumieren möchten – sei dies aus religiöser, umwelttechnischer, gesundheitlicher oder ethischer Sicht. Und es ist die perfekte köstliche Alternative für all jene, die keine Tierprodukte verzehren wollen. Tatsächlich hat sich gezeigt, dass bei einem vorhandenen veganen Angebot auch vermehrt auf die rein pflanzlichen Gerichte zugegriffen wird. Heutzutage ist es auch für kleinere Stadien spielend einfach, vegane Kreationen in das bestehende Gastronomiekonzept einzubinden.“
