Schwanger bei Chelsea

Kinderkriegen im Frauenfußball – ein wichtiges sportpolitisches Thema. Der FC Chelsea beschäftigt sich deswegen auch damit und rückt dabei mit einer neuen Partnerschaft sogar einen Aspekt in den Mittelpunkt, der im Leistungssport bislang zumeist übersehen wurde beziehungsweise an den Rand gedrängt werden sollte: Kinderwunschbehandlungen.

Konkret stellte der Klub Fertility Plus, einer der führenden Fertilitätskliniken Londons, als offizieller Fertilitätspartner des Vereins vor. Fertility Plus bietet, berichtet Chelsea, „eine individuell abgestimmte Fertilitätsversorgung, und das engagierte medizinische Team verbindet klinische Exzellenz mit einfühlsamer, von Fachärzt*innen geleiteter Betreuung“. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird, so der Klub weiter, „ein neuer, in seiner Art einzigartiger Fonds eingeführt, der allen Spielerinnen der Frauenmannschaft zur Verfügung steht und massgeschneiderte Unterstützung im Bereich der Fruchtbarkeit umfasst, darunter Untersuchungen, Behandlungen, Beratung und Workshops durch Fertility Plus“.

Chelsea FC Women und Fertility Plus teilen zudem das Ziel, gängige Vorurteile zum Thema Fruchtbarkeit mit medizinischen Fakten zu widerlegen und zu einem besseren Verständnis beizutragen. Eine Studie zur Wissenslücke im Bereich Fruchtbarkeit – die im vergangenen Jahr vom UCLH veröffentlicht wurde – ergab, dass 41 % der Befragten, die aktiv versuchten, schwanger zu werden, nicht wussten, wann ihr fruchtbares Zeitfenster lag. Chelsea schreibt: „Wir wollen diese Wissenslücke schließen, das Bewusstsein für reproduktive Gesundheit schärfen und Frauen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen, wenn sie darüber nachdenken, eine Familie zu gründen. Gemeinsam werden Fertility Plus und Chelsea FC Women daran arbeiten, evidenzbasierte Informationen zu verbreiten, die unseren Spielerinnen sowie der gesamten Chelsea-Familie das nötige Wissen an die Hand geben, um fundierte Entscheidungen rund um ihre Fruchtbarkeit zu treffen.“ Außerdem will der Klub dem Thema zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen: „Wir wollen die Diskussion über Fruchtbarkeit verändern und sicherstellen, dass Frauen sich gut informiert und selbstbewusst fühlen, wenn sie ihren Weg zur Familiengründung beschreiten.“

Die Geschäftsführerin der Chelsea Women, Giulia Mazzia, ist jedenfalls begeistert: „Bei Chelsea FC Women sind wir stets bestrebt, Fortschritte für unsere Spielerinnen und unsere Gemeinschaft voranzutreiben. Diese einzigartige Partnerschaft mit Fertility Plus wird den Dialog über Fruchtbarkeit anstoßen, dazu beitragen, das Bewusstsein unserer großartigen Fangemeinde und darüber hinaus zu schärfen, und unseren Spielerinnen sowohl auf als auch abseits des Spielfelds praktische Unterstützung bieten.“

Und auch bei Fertility Plus freut man sich auf die Partnerschaft: „Der Spitzensport verlangt Frauen gerade in den Jahren, in denen die Fruchtbarkeit am wichtigsten ist, sehr viel ab, doch dieses Thema wurde im Sport bisher kaum angesprochen. Durch die Partnerschaft mit den Chelsea FC Women können wir dazu beitragen, dies zu ändern, indem wir Spielerinnen, Mitarbeitern und Fans Zugang zu vertrauenswürdiger Fachkompetenz im Bereich der Fruchtbarkeit und zu einfühlsamer, von Fachärzten geleiteter Betreuung bieten. Wir sind stolz darauf, mit einem Verein zusammenzuarbeiten, der neue Maßstäbe bei der Förderung der Frauengesundheit setzt – sowohl auf als auch abseits des Spielfelds“, erklären nämlich Dr. Amit Shah und Dr. Anil Gudi, Mitbegründer von Fertility Plus unisono.

Die Partnerschaft ist bemerkenswert, haben Profiklubs im Frauenfußball bislang doch immer noch häufig Schwangerschaften tabuisiert. Die Tatsache, dass Spielerinnen inzwischen eine Vertragsverlängerung bekommen, wenn sie schwanger werden, also nicht deswegen arbeitslos werden, wurde hart erkämpft. Chelsea ermöglicht seinen Spielerinnen jetzt sogar eine selbstbestimmtere Familienplanung. Das ist natürlich richtig – aber trotzdem auch mutig.

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Von admin