Auf die Größe kommt es an: Oberliga-Spiel entscheidet sich am Grünen Tisch

Auf die Größe kommt es an! Zumindest für TuS Koblenz. Denn der Verein wird beim zuständigen Fußballverband Protest gegen die Wertung des Spiels gegen den TSV Gau-Odernheim einlegen. Aus Sicht der Schängel entsprechen die Abmessungen des Spielfelds in Gau-Heppenheim nämlich nicht den Vorgaben der Spielordnung des Fußball-Regional-Verbands „Südwest“.

Hintergrund: Paragraph 7, Absatz 1, der Spielordnung verlangt, dass die Spielfeldabmessung „105 x 68 m betragen“ soll. Der Spielausschuss kann allerdings „Ausnahmen bewilligen, und zwar in Bezug auf die Länge zwischen 100 und 110 Meter, und in Bezug auf die Breite zwischen 60 und 75 Metern.“

Eine erste Lasermessung des Spielfelds am heutigen Samstagnachmittag ergab jedoch bloß eine Breite von 52 Metern. „Sollte sich dieses Ergebnis annähernd bestätigen, läge das Spielfeld damit deutlich unter der in Paragraph 7 vorgesehenen Mindestbreite von 60 Metern – selbst im Rahmen einer möglichen Ausnahmegenehmigung“, teilt TuS Koblenz mit.

Bereits im Vorfeld der Begegnung hatte TuS Koblenz dabei gegenüber dem TSV Gau-Odernheim Bedenken hinsichtlich der Spielfeldabmessungen geäußert und abgelehnt, das Spiel in Gau-Heppenheim auszutragen. Nachdem der gastgebende Verein dem Fußballverband gegenüber eine Mindestbreite von 60 Metern angegeben hat, wurde das Spiel trotz Ablehnung der TuS Koblenz in Gau-Heppenheim angesetzt.

Und es lief gar nicht gut für die TuS: Der Spitzenreiter der Fußball-Oberliga, der bislang jedes Saisonspiel gewonnen hatte und auswärts sogar noch ohne Gegentor war, belam vom TSV Gau-Odernheim in einer Halbzeit gleich drei Tore eingeschenkt. 5:1 (3:0) hieß es Ende; deutlich und ungefährdet, gewann die Petersberg-Elf gegen den Mitfavoriten auf den Aufstieg. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und hatten den Spielverlauf auf unserer Seite“, freute sich TSV-Trainer Florian Diel entsprechend, „das Motto war Freiheit gegen Erwartungsdruck.“ Und mit raschen Torfolge „wächst der Glaube von Minute zu Minute“, meint Diel.

„Mit dem heutigen Protest möchten wir weder die Leistung der Mannschaft schönreden noch uns dahinter verstecken. Dennoch müssen bei einem Fußballspiel faire und regelkonforme Bedingungen herrschen, die in der zuständigen Spielordnung definiert sind. Diese Bedingungen waren heute aus unserer Sicht nicht gegeben. Daher werden wir gegen die Wertung des Spiels Protest einlegen und die Partie überprüfen lassen“, erklärt TuS-Präsident Christian Krey.

„Heute ist es geflutscht“, strahlt davon unbeachtet der TSV-Trainer, der gemeinsam mit seiner Mannschaft derzeit wahrlich nicht unter einfachen Umständen arbeitet. „Dieser Sieg ist etwas ganz, ganz Besonderes“, sagt Diel, „wir haben einen neuen Peak erreicht.“ Aber ob der Bestand haben wird? Das muss man abwarten.

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Von admin