Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft lohnt es sich, auch mal Abseits des Rasens genauer hinzuschauen. Die WM wird extrem heiß, worüber FanLeben.de hier bereits berichtet hat, sie wird vom autokratischen US-Präsidenten Donald Trump zum Durchsetzen politischer Ziele missbraucht, worüber FanLeben.de hier bereits berichtet hat, und sie zeigt einmal mehr, dass die FIFA sich mutwillig zum Spielball politischer Interessen noch so gefährlicher Regierungen macht, wenn es dem eigenen Profit dient, woüber FanLeben.de hier bereits berichtet hat.
Doch im US-Sport gibt es Widerstand gegen Trump. Denn nur eine Woche vor dem ersten WM-Spiel von Co-Gastgeber USA im SoFi Stadium haben die Mitarbeitenden in der Arena im kalifornischen Inglewood für einen Streik gestimmt. 96 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft UNITE HERE Local 11, die 2.000 Beschäftigte vertritt, entschieden sich dabei für den Streik. Und ihnen geht es dabei nicht um mehr Geld, kürzere Arbeitszeiten oder zusätzliche Urlaubstage – nein, sie wehren sich gegen Trumps-Politik.
Hintergrund des Streiks ist nämlich folgender: Von der FIFA und den Stadionbetreibern forderte die Beschäftigten eine Garantie, dass keine Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE das Gelände betreten dürfen. Die Gewerkschaft erklärt: „Die Beschäftigten müssen das Recht haben, die Arbeit niederzulegen, wenn Beamte der US-Einwanderungsbehörde das Stadion betreten und dadurch eine begründete Angst um ihre Sicherheit entsteht – kein Beschäftigter sollte zwischen seinem Arbeitsplatz und seiner Freiheit wählen müssen.“
Die Urabstimmung und mit ihr der Streik wurde möglich, weil ein zentraler Tarifvertrag für die Stadionmitarbeiter*innen zuletzt ausgelaufen war. Das macht die Forderung der Gewerkschaftsmitglieder noch eindrücklicher: Das ICE-Verbot stellten sie kollektiv höher als andere Tarifinhalte, unabhängig davon, dass nicht alle von ihnen einer von der Trump-Regierung marginalisierten Gruppe angehören. Es ist gelebte Solidarität.
Gelebte Solidarität mit Folgen: Denn Ersatz für die zumeist im gastronomischen Bereich eingesetzten Stadion-Mitarbeiter*innen ist so kurzfristig wohl kaum noch zu organisieren. Auch, da alle für die WM akkreditierten Personen erst noch einen Sicherheitscheck der lokalen Behörden durchlaufen müssen. Nichtsdestweniger sind Stadionbetreiber und FIFA nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingegangen. Der Co-Präsident von UNITE HERE Local 11, Kurt Petersen, erklärte, dass die Verhandlungspartner „die Bedenken und Forderungen nicht ernst genug nehmen“. Die Konsequenzen werden nun für alle Stadionbesucher*innen sichtbar sein.
Gut so! Denn damit rückt ein wichtiges politisches Thema auch während der WM in den Fokus der Aufmerksamkeit. Trumps-Abschiepolitik, die ja unter anderem Kinder von ihren Eltern trennt, ist unmenschlich.
