Maja Gothberg ist Fußballprofi, spielte zuletzt für Lazio Rom – aber wurde vom Hauptstadtklub aufgrund ihrer Schwangerschaft gekündigt.
Hintergrund: Gothberg spielte seit der Saison 2023/24 für die Lazio und stieg mit dem Klub sogar in die erstklassige Serie A auf, ein ganz wesentlicher Entwicklungsschritt. Deswegen sollte ihr Vertrag auch verlängert werden. Die Verhandlungen liefen entsprechend gut, im Sommer 2024 fehlte nach einer mündlichen Einigung nur noch die Unterschrift der Mittelfeldspielerin. Dann erfuhr Gothberg von ihrer Schwangerschaft und informierte den Verein, ein Kontrakt kam daraufhin nicht mehr zustande.
Maja Gothberg schlussfolgerte, dass ihre Schwangerschaft der Grund dafür sein musste, dass es trotz mündlicher Einigung keinen schriftlichen Vertrag mehr gab. Lazio erwiderte, dass kein rechtsverbindlicher Vertrag zustande gekommen sei. Also klagte Gothberg.
Letzendlich landete Gothbergs Fall vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS und hat dort nun einen wichtigen Präzidenzfall geschaffen. Denn der CAS entschied, dass auch ohne unterschriebenen Vertrag bereits ein Arbeitsverhältnis bestand. Der ausschlaggebende Grund für die rechtswidrige Beendigung des Arbeitsverhältnisses sei die Schwangerschaft Gothbergs gewesen. Lazio Rom muss Maja Gothberg darum Schadensersatz, darunter auch Gehaltsnachzahlungen, bezahlen.
Die internationale Spieler*innengewerkschaft FIFPRO spricht von einem „bahnbrechenden“ Urteil. Man rechne damit, dass das Urteil die zukünftige Anwendung des Schwangerschaftsschutzes im Profifußball prägen wird, heißt es von der Gewerkschaft. Außerdem bedeutet das CAS-Urteil einen wichtigen Präzedenzfall betreffend der Vertraulichkeit von medizinischen Informationen im Zusammenhang mit Schwangerschaften.
Die Rechtsdirektorin von FIFPRO Alexandra Gomez Bruinewoud zeigte sich deswegen hocherfreut: „Dieser Fall zeigt, dass die Mutterschaftsbestimmungen der Fifa nicht nur Worte auf dem Papier sind, sondern den Spielerinnen einen echten Schutz bieten“, stellte sie fest. Die Bedeutung dieses Urteils gehe über den Fall Gothberg hinaus und bestätige, „dass Vereine nicht einfach ein Arbeitsverhältnis beenden können, selbst wenn dieses noch nicht vollständig formalisiert ist, sobald sie erfahren, dass eine Spielerin schwanger ist“. Die Rechtsauslegung des CAS lässt sich zudem auf andere Sportarten übertragen.
Und Maja Goothberg? Die pausiert ihre Fußball-Karriere aktuell noch. Über das Urteil freut sie sich aber natürlich dennoch: „Das Urteil sendet die Botschaft aus, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund dafür angesehen werden sollte, einer Spielerin Einsatzmöglichkeiten zu verweigern.“
