Der Eishockey-Standort Essen kommt nicht zur Ruhe. Denn Anfang der Woche veröffentlichten die Eagles Essen-West, der Nachfolgeverein der Moskitos Essen, die im letzten Jahr in die Insolvenz gerutscht waren, dieses Statement: „Uns hat die Nachricht des Eishockeyverbandes NRW erreicht, dass der ESC Eagles Essen-West für die kommende Saison derzeit nicht zur Regionalliga West zugelassen wurde.“ Hintergrund ist, dass die geforderte Sicherheitsleistung in Höhe von 2.000 Euro nicht fristgerecht hinterlegt wurde.
Die Eagles schreiben: „Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen.“ Und weiter: „Wichtig ist uns zugleich: Es lag zu keinem Zeitpunkt daran, dass der Verein diese Sicherheitsleistung nicht leisten konnte oder nicht leisten wollte. Unser Ziel ist klar: Wir möchten auch in der kommenden Saison Teil der Regionalliga West sein und werden alles dafür tun, dass dies noch möglich wird.“
Zur Einordnung: Die Essener Eishockey-Mannschaft musste im letzten Jahr aus der drittklassigen Oberliga in die viertklassige Regionalliga zwangsabsteigen, gewann dort die Meisterschaft, verzichtete aber zugunsten einer fortlaufenden wirtschaftlichen Konsolidierung auf den Oberliga-Aufstieg. Gleichzeitig kam der Verein trotz allem nicht zur Ruhe – im Gegenteil: Die Jugendmannschaften und Teile der Skaterhockey-Abteilung spalteten sich ab und gründeten einen eigenen Nachfolgeverein der Moskitos, ab nächstem Jahr soll in diesem auch Senioren-Eishockey gespielt werden. Besonders pikant: Die 2.000 Euro sollen die Eagles auch nur deswegen aufbringen, weil sie keine Nachwuchsteams stellen, also als Kompensationsleistung.
Bleicht die Frage, wieso die 2.000 Euro nicht einfach bezahlt wurden? Die Verantwortlichen des Vereins um den Vorsitzenden Thomas Böttcher, der auch schon die Mosiktos führte, betont, dass das Geld zur Verfügung stehen würde. Vom Verband wiederum heißt es, dass man das Geld bis zum Verstreichen der Frist dreimal angemahnt hätte.
Und wie berechtigt ist der Essener Optimismus, dass man trotzdem in der Regionalliga starten kann? Nun ja, wegen vergleichbarer Formfehler wurden in der Vergangenheit schon mehrfach Mannschaften die Lizenz auch tatsächlich entzogen. Essen müsste in diesem Fall in der Bezirksliga einen Neuanfang starten. Immerhin: Dort würden mit den Schalken Haien, die endlich wieder in den Spielbetrieb zurückkehren, und der zweiten Mannschaft der Herne Miners zwei traditionsreiche Derbygegner auf die Mannschaft warten. Aber ob der Böttcher-Klub diesen Abstruz überleben würde darf trotzdem zumindest mal bezweifelt werden. Und selbst wenn: Den Neubeginn müssten die Eagles ohne Böttcher stemmen. Denn der Vorsitzende ist heute morgen zurückgetreten.
