Die Ultras der Spielvereinigung Fürth bleiben Thema auf FanLeben.de. Nachdem wir in der letzten Woche darüber berichtet haben, wie die Fans ihren eigenen Abstieg in einer starken, wenn auch kleinen Choreographie forderten, geht es heute um eine ausgefallene Choreographie. Ausgefallen nicht im Sinne von kreativ, nein, es geht um eine Choreographie, die es nicht gab.
Und darum geht es: Am letzten Wochenende kam es zum Frankenderby zwischen Fürth und Nürnberg. Es ist eines der traditionsreichsten Duelle in Fußball-Deutschland, schon über 250 Mal trafen beide Vereine aufeinander. Kaum mehr als 10 Kilometer trennen die Stadien und beide Städte grenzen direkt aneinander. Das führt zu einer besonderen Rivalität, die sich oft auch in besonderen Choreographien Ausdruck verleiht.
Warum das dieses Mal anders war? Die Fürther Ultras erklären es so: „Im Zuge der Vorbereitungen für die heutige Derbychoreo wurden wir bereits bei Ankunft am Stadion mit einem massiven Polizeiaufgebot konfrontiert, welches filmend die Nordtribüne und weitere Teile des Stadions belagerte und sich gezielt über das geltende Hausrecht der Spielvereinigung hinwegsetzte.“ Zwar habe es dann Verhandlungen gegeben, aber die ausführenden Beamt*innen hätten sich nicht an den ausgehandelten Kompromiss gehalten, weshalb die Fürther Fans „schweren Herzens“ ihre Choreo absagten. „Heute wurde seitens der Polizei eine Linie überschritten, die wir in der Derbygeschichte so noch nicht erlebt haben“, kritisierten die Fans weiter. Sie forderten deshalb, die Polizei künftig komplett aus den Stadien herauszuhalten.
Bemerkenswert: Die Ultras des 1. FC Nürnberg solidarisierten sich mit der Fürther Kurve und sagten daraufhin ihrerseits die vorbereitete Choreo ab.
Das wiederum verärgerte die Polizei, die sich – laut eines Sprechers – zum „Spielverderber“ gemacht sieht. „Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Polizei nun der Schwarze Peter zugeschoben wird“, teilte der Sprecher außerdem mit. Die Polizist*innen hätten aus der Distanz heraus die Einlasskontrollen der Ultra-Fans beobachtet. Allein das habe ausgereicht, um diese zu verärgern. Daraufhin hätten sich die Polizisten noch gesprächsbereit gezeigt und die Zahl der Beamten reduziert, so der Sprecher weiter. Außerdem hätten sie die Kontrollen aus größerer Distanz verfolgt als zuvor. Warum die Kontrollen überhaupt nötig gewesen sind, teilte er nicht mit.
Beide Fankurven zeigten anstelle der vorbereiteten Choreographien stattdessen spontan bemalte Banner, auf denen sie die Polizei kritisierten.
Sportlich setzte sich anschließend der Club durch: Nürnberg gewann das 277. Frankenderby 4:2 in Fürth. Hoffen wir, dass das nächste Spiel auch wieder ein würdiges Derby wird. Darüber jedenfalls, dass der deutsche Fußball sicher ist, hat FanLeben.de ebenfalls, nämlich hier, bereits berichtet.
