Der Abstieg des VfL Wolfsburg hat in Fußball-Deutschland viele Fans froh gemacht. Denn für die VW-Mannschaft gilt zum Beispiel die 50+1-Regel nicht – und trotz der vielen Investorenmillionen hat es am Ende gegen Augusburg, Mainz, Union Berlin, den HSV, Köln und Werder Bremen nicht zum Klassenerhalt gereicht.
Immerhin die Osnabrücker Namensvetter des VfL Wolfsburg scheinen Mitglied mit den Wölfen zu haben. Sie schreiben auch ihrer Website: „Abstiege tun weh, sehr sogar.“ Und weiter: „Wir kennen das. Wir freuen uns auf zwei spannende Duelle gegen euch. Bis bald an der Bremer Brücke!“
Doch auch hier schwingt etwas Schadenfreude mit. Denn während der VfL Wolfburg aus der Bundesliga in die 2. Liga abgestiegen ist, ist der VfL Osnabrück aus der 3. Liga in die 2. Liga aufgestiegen. Und plakatierte – auch rund um die Autostadt – deswegen das hier

Hintergrund: Während der VfL Wolfsburg vor genau 25 Jahren in die Bundesliga-Aufstieg, im Abstiegsjahr also sein silbernes Bundesliga-Jubiläum feierte, sicherte sich der VfL Osnabrück im Jahr 2001 die Domain vfl.de. „Im Fußball wird viel geplant, vorbereitet, gerackert und durchdacht – trotzdem ist manchmal jemand schneller. Während ihr euch vor 25 Jahren in der Bundesliga etabliert habt, international im UI-Cup spieltet, Wolfgang Wolf die ‚Wölfe‘ coachte und ihr zwei Spieler im Kader hattet, die später auch bei uns kickten, haben wir uns vfl.de gesichert!“, freut man sich an der Bremer Brücke.
Und das nicht zu knapp: Denn wenn man den in Wolfsburg plakatierten Link vfl.de/wolfsburg folgt, findet man unter anderem die hier zitierte Grafik. Und sie heißt: Guerillia Aktion. Stolz schwingt mit.
Welche Chancen der VfL Osnabrück sportlich gegen das Team aus der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Salzgitter haben wird? Vermutlich eher weniger. Denn Osnabrück konnte sich zwar mit einigen Bankspielern aus der zweiten Liga verstärken und ansonsten den Meister-Kader der letzten Drittligasaison weitesgehend zusammenhalten. Aber Wolfsburg verpflichtete bislang unter anderem die Zweitligatopscorer Fabian Reese und Robert Glatzel, Torwart Timon Wellenreuther, Innenverteidiger Hauke Wahl, Spielmacher Muhammed Dammar und holte Eigengewächs Elvis Rexhbecaj aus Augsburg zurück. So gab man bislang mehr aus als alle 17 anderen Vereine der zweiten Liga zusammen.
Andererseits… Das Geld nicht unbedingt Tore schießt, sollten sie gerade in Wolfsburg eigentlich ja wissen. Und den ersten Punkt der Saison hat auf jeden Fall schon mal der VfL Osnabrück gemacht.
