Es ist eine paradoxe Situation: Brasiliens Fußball-Zweitligist Criciuma EC hat für den Saisonendspurt einen neuen Trainer ausgeliehen. Richtig gelesen: Seinen Trainer, keinen Spieler. Umberto Louzer kommt vom Drittligisten Guarani FC und soll zum Ende der Saison auch wieder dorthin zurückkehren.
Louzer steht bei Guarani noch bis Ende 2027 unter Vertrag, darf nun aber vorübergehend in der zweiten brasilianischen Liga arbeiten. Wieso der Gurani FC sich auf diesen Deal einlässt? Während die Serie C bereits beendet ist, stehen in der Serie B noch neun Spieltage aus. Für Criciuma soll Louzer in der entscheidenden Saisonphase also neue Impulse setzen, ehe er Mitte November zu seinem eigentlichen Arbeitgeber zurückkehren soll. Mit Gurani schloss er die Drittligasaison auf einem ordentlichen zehnten Tabellenplatz auf.
Und das krasseste: Wenn es richtig gut läuft, steigt Louzer vor seinem persönlichen Abstieg zurück in die Serie C mit einem Gastverein sogar in die erste Liga auf. Denn nach 29 Spieltagen liegt Criciuma mit 47 Punkten auf Platz sechs, der Tabellenerste Villa Nova hingegen kommt auf 54, der Tabellenzweite Novoritontino auf 51 – beide Mannschaften haben aber schon 30 Spiele absolviert. Louzers Mannschaft liegt also nur einen Punkt hinter dem ersten Aufstiegsplatz.
Die erste Trainer-Leihe der Geschichte ist dieser Deal jedoch nicht. Selbst Manchester United griff schon auf dieses Instrument zurück: Im Dezember 2018 verpflichteten die Red Devills nämlich ihren Ex-Spieler Ole Gunnar Solskjær als Iterimstrainer, obwohl dieser eigentlich bei Molde in Norwegen unter Vertrag stand. Möglich wurde der Deal, weil die Saison in Norwegen bereits beendet war. Solskjær sollte die Saison mit ManUnited zu Ende spielen und dann zu Molde zurückkehren, hätte dort nur den ersten Spieltag der neuen Saison verpasst. Aber daraus wurde nichts: Solskjær wurde stattdessen nämlich fest von Manchester verpflichtet.
Ob das auch Umberto Louzer gelingen kann? Warten wir es ab.
