Endlich eine Entscheidung in der Regionalliga-Reform? Wenn es nach dem DFB geht, dann ja. Denn der Verband hat angekündigt, für den 18. Dezember einen außerordentlichen DFB-Bundestag einzuberufen, der sich ausschließlich mit diesem Thema befassen soll. Das Ziel: Künftig sollen alle Meister der Regionalligen in die 3. Liga aufsteigen.
Hintergrund: Bislang steigen nicht alle Meister der Regionalligen direkt in die Dritte Liga auf, zwei Staffelmeister treffen in einer Relegation aufeinander, bei der nur der Sieger hoch darf. Ein Meister, zuletzt gleich zweimal in Folge der 1. FC Lokomotive Leipzig, immerhin Deutschlands erster Fußballmeister überhaupt, bleibt so auf der Strecke. Insgesamt 77 Vereine, darunter Neu-Bundesligist Schalke 04 und sogar gleich mehrere Lokalrivalen wie Lok-Leipzig-Nachbar Chemie und die beiden Essener Vereine Rot-Weiß und Schwarz-Weiß Essen, haben deswegen eine gemeinsame Reformbewegung gegründet. Besonders spannend: Auch mehrere nicht am Drittliga-Aufstieg interessierte Viertligisten und sogar einige Oberligisten haben sich der Gruppe angeschlossen. Offensichtlich aus Sportsgeist denn aus Eigeninteresse, da eine Reform für sie einen Organisations-bedingten Abstieg bedeuten könnte. Ihrem Engagement ist zu verdanken, dass sich nun also auch der DFB bewegt.
Doch der Weg dahin war keineswegs einfach. Mehrere mögliche Reformen wurden diskutiert, schnell stellte sich heraus, dass das sogenannte Kompass-Modell sowohl vom DFB als auch von den meisten Regionalligisten präferiert wird. Dabei waren im ursprünglichen DFB-Konzept vom Januar die Kompasslösung mit vier 20er-Regionalliga-Staffeln geplant. Die Ligastaffeln würden dann jedes Jahr neu zugeordnet, eben nach geographischen Kriterien, was für kurze Wege und viele Derbys, aber auch für eine verlässliche Spielplangestaltung sorgt.
Das Kompassmodell ist nun auch der offizielle Vorschlag des DFBs für die Abstimmung auf dem Bundestag. Konkret ist folgendes vorgesehen: Die neue viergleisige Ordnung soll zur Saison 2028/29 starten, die vorhergehende Runde 2027/28 wäre als Qualifikationssaison ausgelegt. Vorgesehen ist dabei auch, dass der DFB die Trägerschaft der Regionalliga übernimmt. „Die Aufstiegsregelung in der Regionalliga beschäftigt den deutschen Fußball seit Jahren. Sie muss jetzt gelöst werden. Es ist für die Vereine, Spieler und Fans kaum nachvollziehbar, dass es fünf Meister gibt, aber nicht alle den Aufstieg in die 3. Liga schaffen können“, betont DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
Der Weg zur Entscheidung war dabei keineswegs einfach. Auch dem DFB wurde vorgeworfen, Abstimmungen verzögert zu haben, worüber FanLeben.de hier berichtet hat. Jetzt aber könnte es bald wirklich zur Neuorganisation der Regionalliga kommen. Zurecht! Denn sportlich ist die längst überfällig.
Meister müssen aufsteigen.
