Zum Auftakt der zweiten Runde des ÖFB-Cups hat Fußballbundesligist Altach am Freitag gegen den SK Bischofshofen klar mit 7:0 gewonnen. Für die Salzburger war es das letzte Spiel der Vereinsgeschichte – FanLeben.de kennt die Hintergründe.
Hintergrund des Aus‘ in Bischofshofen ist der Verlust des eigenen Stadions. Die Nutzungsrechte wurden von der Stadt Bischofshofen gekündigt und stattdessen an die Fußball-Sektion des Ski-Klubs Bischofshofen vergeben. Über Monate suchte der SK Bischofshofen dann nach einer Lösung, erwog die Gründung einer Spielgemeinschaft mit einem benachbarten Verein, doch auch das scheiterte.
Die Konsequenz: Die Zulassung für die Regionalliga wurde verweigert, auch unterklassig durfte keine Mannschaft gemeldet werden. Der Spielbetrieb musste also ganz eingestellt werden. Immerhin: Über die Regionalliga war in der vergangenen Saison noch die sportliche Qualifikation für den nationalen Cup geglückt – und da durfte das Team in dieser Woche eben noch antreten. Spätestens in Altach hatte die Mannschaft mit jener aus der vergangenen Regionalligasaison aber nicht mehr viel gemeinsam – ohne Ligabetrieb aber auch keine Überraschung.
Stattdessen trat man mit einer mehr oder weniger nur für diesen Abend zusammengestellten Truppe an. Dazu gehörte auch der Vorarlberger Walter Weiss, der in der 80. Spielminute für die Salzburger eingewechselt wurde – er ist 62 Jahre alt. Weiss hatte seine Karriere eigentlich schon im Januar 1992 beim SC Tisis beendet. Doch jetzt, mehr als 34 Jahre später kam, feierte er nun sein Comeback, um Bischofshofen in einer speziellen Situation zu helfen.
Als Weiss in der 80. Minute eingewechselt wurde, bejubelte ihn das – überwiegend Altacher – Publikum. Noch mehr: Bei jedem Ballkontakt wurde er angefeuert. Bis dahin galt der Jubel vor allem Stefan Prähauser, 56 Jahre alt und ebenfalls eigentlich längst in Fußball-Rente, er wurde für Weiss ausgewechselt. Für Altach-Kapitän Lukas Jäger war es auch deswegen ein einzigartiges Spiel: „Ein bisschen komisch, weil man nicht weiß, worauf man sich einstellen muss. Aber das mit den beiden älteren Herrschaften ist natürlich eine richtig coole Geschichte.“
Doch nicht nur Fußball-Rentner halfen beim SK Bischofshofen aus. Auch Aurelio Simic rückte in den Kader der Seniorenmannschaft, dabei ist der Ersatztorhüter erst 15 Jahre alt. Und auch er wurde eingewechselt. Damit stellte der SK Bischofshofen zum Abschied von der Fußball-Bühne noch einen Rekord für die größte Altersspanne einer Mannschaft im ÖFB-Cup auf.
Trotzdem war es für die Anhänger*innen nach 93 Jahren Vereinsgeschichte ein trauriger Tag. Sie geben sich in einem Abschiedspost in den sozialen Medien zwar optimistisch, dass es irgendwann vielleicht doch noch weitergehen könne, aber bis dahin „soll unser Verein in Frieden ruhen“. Den Post schließen sie übrigens mit einer Warnung: Jetzt habe es den SK Bischofshofen getroffen, aber als nächstes könne es „auch euer Verein sein“.
