Gerechtigkeit für alle Ronaldo-Kritiker*innen

Der reichste Sportler aller Zeiten?

Cristiano Ronaldo.

Nein, Michael Jordan?

Oder doch Tiger Woods?

Weit daneben.

Um fast 2.000 Jahre verfehlt um genau zu sein.

Der Reihe nach: Im Jahr 104 kam Gaius Appuleius Diocles in Lusitanien im heutigen Portugal zur Welt. Damals Kolonie des antiken Rom. Mit 18 wird er Wagenlenker – und damit ein Sportstar seiner Zeit. Zwar gilt die Tätigkeit gesellschaftlich als unehrenhaft, doch gefeiert werden die Athleten trotzdem. Und Diocles ist nicht nur einer der erfolgreichsten, bestritt in 24 Jahren nicht nur über 4.000 Rennen, von denen er über 1.400 gewann, nein, er weiß sich auch zu vermarkten: 122 begann er im Rennstall der Weißen, 128 wechselte er zu den Grünen, 131 dann zu den Roten, bei denen er seine Karriere beendete.

Und jeder dieser Wechsel war offenbar lukrativ: Angeblich gewann er insgesamt fast 36 Millionen Sesterzen als Preisgeld – eine Summe, mit welcher der Getreidebedarf der Stadt Rom für ein ganzes Jahr hätte gedeckt oder die gesamte römische Armee für über zwei Monate hätte besoldet werden können. Eine exakte Umrechnung ist schwierig, aber klar ist, dass inflationsbereinigt da selbst die heutigen Sportmilliardäre nicht mithalten können. Sagt zumindest Sporthistoriker Peter Struck: Er bezifferte den heutigen Gegenwert des Preisgelds, welches Gaius Appuleius Diocles einstrich, auf etwa 15 Milliarden Dollar.

Funfact: Vielleicht fragt man sich, wie all diese Fakten über fast 2.000 Jahre überliefert werden konnten? In der römischen Antike ließen Sportler ihre Siege wie eine Rekordliste auf ihre Grabsteine schreiben. Und der Grabstein von Dicles ist erhalten. Darum wissen wir auch, welche Rennen besonders lukrativ waren: Zwei seiner Siege mit dem Sechsgespann – beide mit 60.000 Sesterzen dotiert – die er an nur einem Tag gewann.

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Von admin