Update: Die Doppelzüngigkeit der Lausitzer Füchse

Bereits gestern hat FanLeben.de ausführlich über den Besuch von AfD-Chef Tino Chrupalla beim Heimspiel der Lausitzer Füchse gegen die Düsseldorfer EG in der DEL 2 berichtet. Kurz zusammengefasst: Während der rechtsradikale Politiker beim DDR-Rekordmeister willkommen ist, sollte den DEG-Fans ein Banner mit der Aufschrift ‚gegen rechts‘ untersagt werden. Die Düsseldorfer wehrten sich, das Banner durfte bleiben – doch beruhigt hat sich die Angelegenheit seitdem noch nicht.

Auf der Website der Lausitzer Füchse wird für den Politiker Dirk Rohrbach geworben

Denn einerseits schreiben die Füchse: „Als Sportclub wollen wir das Stadion nicht zum Austragungsort parteipolitischer Auseinandersetzungen machen.“ Andererseits aber unterstützten die Lausitzer Füchse im Zuge der Kommunalwahlen in Brandenburg 2024 wiederholt die Stadtratskandidatur ihres Geschäftsführers für die Wähler*innenvereinigung „Klartext“. Die Gruppe engagiert sich für einen sozialen Strukturwandel in der Lausitz und arbeitet eng mit CDU und Freien Wählern zusammen. Auch Beiträge auf den Social-Media-Accounts der Lausitzer Füchse rufen zur Wahl von Rohrbach auf.

Und klar: Kommunalpolitisches Engagement ist wichtig. Aber die Lausitzer Füchse sind eben kein überparteilicher Sportverein, wenn sie statt eines allgemeinen Wahlaufrufs konkret für einzelne Kandidaten oder Parteien Position beziehen. Das Argument, der Fuchsbau solle ein möglichst unpolitischer Ort sein, so naiv es ohnehin schon war, verpufft spätestens an dieser Stelle. Oder drastischer: Die Argumentation des Klubs ist schlichtweg vollkommen unglaubwürdig.

Die Anwesenheit von Tino Chrupalla, dessen Partei vom Verfassungsschutz beobachtet wird und über deren Verbot selbst CDU-Ministerpräsidenten laut nachdenken, ist natürlich für sich genommen bereits ein politisches Statement. Chrupalla postete im Anschluss aber sogar noch ein gemeinsames Foto mit dem Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation, inszenierte den Stadionbesuch also bewusst auch politisch. Wer da keine Form von Gegenrede zulässt – und Weißwasser wollte nicht nur das DEG-Banner, das seit Jahren übrigens bei jedem Spiel gezeigt wird, untersagen, sondern sperrte auf Instagram auch die Kommentarfunktion bei allen Beiträgen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen – der positioniert sich eben eindeutig an der Seite der AfD. Egal ob bewusst oder unbewusst: Das Kalkül von Tino Chrupalla dürfte so vollständig aufgegangen sein.

In Weißwasser wäre man gut beraten irgendeine glaubwürdige Haltung zu finden. Eine Nähe zum DEG-Spruchband wäre dabei eigentlich die konsequentere Wahl. Immerhin ist es doch eigentlich ziemlich absurd, dass Chrupalla ausgerechnet Eishockey in seiner Freizeit anschaut. Chrupalla ist ein Vertreter der ostdeutschen AfD, auch sein Landesverband bekennt sich zum Konzept der „Remigration“ also der millionenfachen Abschiebung von Menschen, auch solcher mit deutschen Pass. Die AfD richtet sich dabei insbesondere gegen Doppelstaatler*innen, also Deutsche, den deutschen Pass erst im Verlauf ihres Lebens neben ihrem Ursprungs-Pass hinzuerworben haben. Bei den Lausitzer Füchsen stehen regelmäßig bis zu zehn solcher Doppelstaatler auf dem Eis. Hinzu kommen vier Spieler ganz ohne deutschen Pass. Wie verlogen ist es bitte für ein Team zu jubeln, dessen wichtigste Spieler man eigentlich entrechten und abschieben möchte?

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Von admin