Gestern spielten Union Berlin und der FC Augsburg in der Bundesliga gegeneinander. Ein kurioses Spiel, mit gleich zwei Rorten Karten. Die erste traf den Unioner Felix Uduokhai in der 19. Spielminute. In Minute 63 flog dann auch der Augsburger Juma Bah vom Platz. Der Spieler aus Sierra Leone hatte bei einem Zweikampfmit gestrecktem Bein das rechte Bein von Gegenspieler András Schäfer getrffen. Der Platzverweis ging also in Ordnung.

Was auf ihn folgte aber in keinster Weise. Der Leih-Spieler von Manchester City ist dem FC Augsburg zufolge auf Instagram „auf widerwärtigste Weise rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht“ worden. „Wir sind erschüttert über diesen Hass“, schrieb der Fußball-Bundesligist in einer Stellungnahme in den sozialen Netzwerken. Dem schloss sich auch Union Berlin an, die Köpenicker teilten das Statement auf ihren Kanälen.

Augsburgs Geschäftsführer Michael Ströll machte sogar einen Screenshot der Hass-Nachricht eines Julian Alvarado auf Instagram öffentlich. Dort steht: „N****, du Hurensohn ich hoffe, du stirbst! Du bist widerlich, du verdammter Abschaum. Ich werde dich und deine ganze verdammte beschissene Familie umbringen. Die sollten schon längst verbrannt sein, diese Mistkerle, diese schwarzen N****.“ Ströll veröffentlichte dabei bewusst den Namen des Absenders. Selbstverständlich wurden auch rechtliche Schritte eingeleitet. Der Verein wird ein solches Verhalten nämlich „niemals akzeptieren, tolerieren oder einfach hinnehmen. Wir stehen geschlossen hinter Dir, Juma!“, erklärten die Augsburger weiter. „Wer einen unserer Spieler rassistisch beleidigt oder bedroht, greift nicht nur einen Einzelnen an, sondern die Werte unserer gesamten FCA-Familie. Egal welche Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Nationalität – jeder Mensch verdient Respekt, Würde und Sicherheit. Wir schauen nicht weg! Wir schweigen nicht! Wir stehen zusammen!“ Auch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw postete ein Foto seines Mitspielers, versehen mit den Worten: „NO to racism.“

Auch der 1. FC Köln hatte zuletzt die Verfasser von Hassnachrichten öffentlich gemacht. Dieses Vorgehen ist richtig, immerhin soll sich niemand in der vermeintlichen Annonymität des Internets berechtigt fühlen, andere in ihrer Würde zu verletzen. Nach einem rassistischen Zwischenfall vor ein paar Jahren in Münster kommentierte der SC Preußen zudem, nachdem der Angreifer ausfindig gemacht werden konnte: „Wir hoffen, dass ein lebenslanges Stadionverbot dein kleinstes Problem ist.“ Es braucht diese Deutlichkeit, jede Abgrenzung. Denn es muss allen klar sein: Rassismus ist eine Grenze, die niemals überschritten werden darf.

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Von admin