Deutscher wird Welt-Eishockey-Chef

Deutschland ist Eishockey-Land! Leon Draisaitl gehört zu den drei besten Spielern der Welt. Soweit, so bekannt. Doch heute wurde auch noch ein Deutscher zum einflussreichsten Eishockey-Funktionier gewählt: Franz Reindl ist neuer Präsident der International Ice Hockey Federation. Auf dem Kongress des Weltverbandes IIHF auf Teneriffa konnte sich der 71-Jährige im zweiten Wahlgang durchsetzen und ist damit nach Günther Sabetzki der zweite Deutsche an der Spitze des Verbandes.

„Franz Reindl hat das deutsche Eishockey über Jahrzehnte geprägt – als Spieler, vor allem aber auch in seinen verschiedenen wichtigen Funktionen für unseren Verband. Dass die internationale Eishockeyfamilie ihm nun die Führung der IIHF anvertraut, ist eine große Anerkennung seiner Arbeit“, hieß es von Frank H. Lutz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Eishockey-Bundes. Und weiter: „Wir freuen uns mit ihm und auf die Zusammenarbeit, gerade mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2027 im eigenen Land. Im Namen des deutschen Eishockeys gratulieren wir Franz Reindl herzlich zur Wahl.“

Franz Reindl ist seit vielen Jahrzehnten im Eishockey engagiert. Der Garmisch-Patenkirchener gewann als Spieler drei deutsche Meisterschaften und 1976 eine Olympia-Bronze-Medallie mit dem DEB-Team. Nach seinem Karriereende 1988 blieb er dem Sport verbunden und übernahm zunächst den SC Riessersee als Trainer und Manager. Drei Jahre später wechselte er zum DEB, wo er nach unterschiedlichen Funktionen 2014 Präsident wurde – ein Amt, das er bis 2022 ausübte. Bemerkenswert: Während seiner Zeit in der DEB-Führung legte das deutsche Eishockey einen rasanten Aufstieg hin. Erwähnenswert ist vor allem der Gewinn der Olympia-Silber-Medallie 2018 in Pyeongchang. Außerdem spielen heute mehr deutsche Spieler denn je in der amerikanischen Top-Liga NHL.

Jetzt also auch Reindls Wechsel auf die Weltbühne. Reindl setzte sich dabei gegen ursprünglich acht andere Kandidaten durch, nur drei traten am Ende an, es waren zwei Wahlgänge nötig. Im ersten führte der ehemalige Landshuter-Goalie Petr Briza aus Tschechien mit 48 Stimmen vor Reindl (36) und Aiwas Omorkanow (Kirgisistan/33), in der Stichwahl ging es eng zu. Reindl gewann gegen Briza 60:57, also mit 51,28 Prozent.

Eindrucksvoll, dass erneut ein Nicht-Nordamerikaner Verantwortung für das Welt-Eishockey übernimmt. Und dass die Delegierten des IIHF-Kongresses tatsächlich eine Wahl hatten. Letzteres könnten sich die Fußballer*innen ja im nächsten Jahr durchaus zum Beispiel nehmen…

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Von admin