Drei Spiele hatte Joshua Kimmich zuletzt nach dem Tod seines Vaters verpasst. Für ihn eine alternativlose Entscheidung, wie er nach dem Bundesliga-Topspiel am Samstag gegen den BVB (2:2) verriert: „Die letzte Woche war schon sehr hart für meine Familie, auch für mich. Mein Vater hat mich immer begleitet, stand immer an meiner Seite, hat mich immer unterstützt. Er hat in Phasen an mich geglaubt, in denen ich es selber nicht getan habe. Deswegen ist es schon auch hart, wieder zurückzukommen, weil gerade, wenn ich auf dem Platz stehe, eigentlich die Zeit ist, in der ich am meisten an ihn denken muss.“
Im Anschluss an das Topspiel gab es dann eine Szene, die zeigt, wie familär der Fußball trotz allem immer noch ist: Kimmich und BVB-Trainer Nico Kovac umarmten sich herzlich. Wie es dazu kam? „Er hatte mir auch unter der Woche geschrieben. Das fand ich sehr, sehr besonders, sehr speziell“, zeigte sich Kimmich im Anschluss bewegt, als er nach dem 2:2-Remis gegen den BVB bei Sky die Szene noch einmal zu Gesicht bekam. „Deswegen habe ich mich dafür bedankt.“ Kovac wiederum, einst in über 60 Partien Kimmichs Trainer in München, fand seine Anteilnahme „total normal“. Das sei „das Geringste, was man machen kann“. Aber manchmal ist ja gerade das besonders wertvoll.
Die Anteilnahme von Klub und DFB – „wer da alles auf der Beerdigung war“ – sei „für mich persönlich und für meine Familie schon sehr, sehr besonders“ gewesen, betonte Kimmich. „Und das zeigt mir, dass ich hier am absolut richtigen Ort bin.“ Kein selbstverständlicher Satz nachdem der Nationalmannschafts-Kapitän vor zwei Jahren noch intensiv über einen Wechsel nachgedacht hatte. Heute aber sei es für ihn vor allem wichtig gewesen, „wieder zurückzukommen, wieder zu versuchen, in den normalen Alltag zu kommen, auch wenn man sich manchmal wünscht, dass die Welt ein bisschen stehen bleibt. Aber sie dreht sich leider und zum Glück weiter. Deswegen bin ich froh, dass ich wieder da bin.“
Am Ende sei es „nur Fußball“ – das habe sein Vater ihm immer gesagt betonte Kimmich. Und das stimmt ja auch. Aber gleichzeitig irgendwie auch nicht.
