In Erinnerung an Jesus de Miguel, Ruhe in Frieden!

Die Fußball-Welt steht unter Schock: Jesus de Miguel, Stürmer des spanischen Fußball-Zweitligisten CD Teneriffa, ist an den Folgen eines schweren Zusammenpralls mit dem Torwart des FC Andorra, Jesus Owono, verstorben. Dies gab sein Klub am Dienstagmorgen bekannt. Die spanische Polizei hat Ermittlungen gegen Owono eingeleitet, es geht um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung.

Nachdem de Miguel in der 57. Minute eingewechselt worden war, sollte der Stürmer in der siebten Minute der Nachspiel beim Spielstand von 2:2 weit geschickt werden. Noch in der eigenen Hälfte sprintete de Miguel los, den Blick auf den Ball gerichtet. Owono kam ihm dabei entgegen gerannt, der Torhüter des FC Andorra war der letzte Mann seines Teams. Er sprang mit dem Knie voran in de Miguel, traf ihn an der Brust. Der Schiedsrichter zeigte ihm sofort wegen des groben Foulspiels die Rote Karte, die Owono akzeptierte. Der Torhüter drehte bereits in Richtung Kabine ab, bevor er merkte, dass etwas mit de Miguel nicht stimmte. Der Teneriffa-Stürmer krümmte sich vor Schmerzen am Boden, bevor er kurz darauf das Bewusstsein verlor. Erst jetzt kehrte Owono um, um sich, während medizinisches Personal herbei eilte, nach dem Zustand von de Miguel zu erkundigen. Anschließend wurde Jesus de Miguel ins Krankenhaus gebracht.

Auf dem Weg ins Krankenhaus hätten Rettungskräfte de Miguel dann wiederbeleben müssen, hieß es in einer ersten Mitteilung zum Zustand des 30 Jahre alten Spaniers. Das sei gelungen. Doch über die Nacht habe sich sein neurologischer Zustand weiter verschlechter, bis er heute Morgen um acht Uhr an den Folgen des Fouls verstarb. Die Partie war unmittelbar nach dem Foul abgebrochen worden.

„Voller Trauer, mit einem Kloß im Hals und unfähig zu glauben, dass dies wahr sein kann“, hieß es in der Mitteilung des Klubs. „Wir stehen seiner verzweifelten Familie, seinen Angehörigen und allen Fans von CD Teneriffa bei, die heute um diesen grausamen Ausgang trauern.“ Der Klub bedankte sich im Namen der Familie für die Beileidsbekundungen und bat um „größtmöglichen Respekt für die Privatsphäre“ der Hinterbliebenen.

Auch der FC Andorra kondolierte: „Mit gebrochenem Herzen und zutiefst erschüttert möchten wir der Familie von Jesús de Miguel, all seinen Weggefährten und Freunden sowie dem CD Teneriffa unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Ruhe in Frieden.“ Der andorranische Verein erklärte, Owono habe seinen Gegenspieler nicht verletzen wollen und habe erkannt, dass seine Aktion „völlig falsch“ ausgegangen sei. Das spanische Medium Sport schrieb, der Torwart aus Äquatorialguinea sei von dem tragischen Vorfall schockiert. „Der Torwart beabsichtigt, sich zu gegebener Zeit mit der Familie von Jesus de Miguel oder einer ihm nahestehenden Person zu treffen. Owono möchte dieses Treffen privat führen, bevor er eine öffentliche Erklärung zu dem Vorfall abgibt“, heißt es weiter. Nichtsdestoweniger ermittelt die Justiz.

„Die große spanische Fußballfamilie ist in ihrer Trauer über diesen traurigen Verlust vereint und spricht der Familie, den Freunden und Angehörigen von Jesús de Miguel sowie der Mannschaft von Teneriffa und all ihren Fans in diesen schweren Zeiten ihre ganze Liebe und Unterstützung aus“, schrieb der spanische Fußballverband RFEF in ihrer Mitteilung. Dessen Spiele für das kommende Wochenende sind abgesagt. Bei den UEFA-Wettbewerben in dieser Woche wird es zudem Schweigeminuten geben.

Das Foul von Owana war unfassbar brutal und völlig unnötig. Vergleichbare Situationen gab es jedoch in der Vergangenheit bereits – nur waren diese bislang immer glimpflich ausgegangen. Der Torhüter des FC Andorra muss von heute an mit dem Bewusstsein leben, einen Menschen umgebracht zu haben. Neben allen sport-, staf- und zivilrechtlichen Konsequenzen ist das eine schwere, wenn auch gerechte Bürde.

Grundsätzlich muss darüber nachgedacht werden, dass Regelwerk drastisch zu ändern. Das Springen in einen Gegenspieler mit dem Knie voran sollte grundsätzlich verboten sein und mit drastischen Strafen belegt werden – vom Torhüter-Selbstschutz im eigenen Strafraum einmal abgesehen. Alles muss unternommen werden, damit sich so etwas nie wiederholt.

FanLeben.de ist – wie vermutlich alle Fußballfans auf der gesamten Welt – fassungslos und traurig. Das heute ist ein Tag, den wir alle nicht vergessen werden. Der das Spiel verändern wird. Und unseren Blick darauf.

In Erinnerung an Jesus de Miguel, Ruhe in Frieden!

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Von admin